Zur finanziellen Lage der sozialen Pflegeversicherung

Pflege darf nicht zur Armutsfalle werden“ – Beutin fordert Kurswechsel bei der Pflege

Zu den gestern veröffentlichten Zahlen zur finanziellen Lage der sozialen Pflegeversicherung erklärt der Bundestagsabgeordnete für den Wahlkreis Flensburg „Die Pflegeversicherung steht finanziell mit dem Rücken zur Wand. Wenn schon ab Oktober die laufenden Einnahmen nicht mehr ausreichen, um alle Leistungen zu finanzieren, ist das ein politisches Versagen. Die Bundesregierung darf die Rechnung dafür nicht bei Pflegebedürftigen, Angehörigen und Beschäftigten abladen. Sie muss die geplanten Kürzungen bei pflegenden Angehörigen endgültig auf Eis legen.“ Gerade in Flensburg zeigt sich die Bedeutung einer verlässlichen Pflegeversicherung. Laut der im Januar 2026 veröffentlichten Pflegebedarfsplanung der Stadt Flensburg waren zum Stichtag 15. Dezember 2023 insgesamt 4.260 Menschen mit Pflegegrad 2 bis 5 pflegebedürftig. Rund 2.470 Menschen erhielten Pflegegeld, etwa 920 wurden ambulant und rund 960 stationär versorgt. Damit wurden rund 78 Prozent der Pflegebedürftigen in der eigenen Häuslichkeit versorgt. „Hinter diesen Zahlen stehen Menschen und Familien. Die große Mehrheit der Pflegebedürftigen wird zu Hause versorgt, häufig mit erheblichem Einsatz von Angehörigen. Wenn die Pflegeversicherung nicht auskömmlich finanziert ist, wird diese Last noch stärker in die Familien verschoben.“ Dabei steigt der Pflegebedarf weiter: Seit 2017 ist die Zahl der Pflegebedürftigen in Flensburg um 42,2 Prozent beziehungsweise rund 1.270 Menschen gestiegen. Bis 2040 erwartet die Stadt einen weiteren Anstieg um 16,4 Prozent beziehungsweise rund 700 Pflegebedürftige. Beutin fordert einen grundlegenden Kurswechsel: „Pflege ist keine Ware und kein Privatproblem. Sie gehört zur öffentlichen Daseinsvorsorge. Wir brauchen eine solidarische Pflegeversicherung, in die auch diejenigen stärker einzahlen, die über hohe Einkommen und Vermögen verfügen. Gute Pflege muss für alle Menschen gewährleistet sein und unabhängig vom Geldbeutel.“