74591090 3152048931477862 8847696710672056320 O

Darf man Dieter Nuhr mit Hitler vergleichen?

Klar darf man Dieter Nuhr mit Hitler vergleichen – man käme dann wahrscheinlich zum Ergebnis, dass sie außer der einen oder anderen Überschneidung ihrer Fan-Gemeinschaft wenig gemeinsam haben. Deshalb ist so ein Vergleich unsinnig und würde nur der Provokation und dem Fischen nach Likes und Kommentaren dienen. Das weiß auch Dieter Nuhr, wenn er den „Fundamentalismus“ Greta Thunbergs mit Hitlers Taten vergleicht. Die Erregungsökonomie funktioniert genau so: Provozieren, die Reaktion einkalkulieren und sich dann in die Opferrolle zurückziehen. Die Braun-Blauen haben das zur Perfektion getrieben, der mittelklassige Comedian Nuhr surft nur auf dieser Welle. Damit einher geht die Relativierung des deutschen Menschheitsverbrechens, die Normalisierung des deutschen Faschismus und des Holocaust – wenn die, die gegen den Klimawandel kämpfen, genauso schlimm sind, wie die Nazis. Ja, es herrscht Meinungsfreiheit, aber nicht die Freiheit, jeden Dreck rauszuhauen, ohne dafür kritisiert zu werden. Dieses „Wird man ja nochmal sagen dürfen“ stellt die Behauptung auf, es gäbe ein Tabu, das es nicht geben dürfte, und man trete als deutscher Siegfried an, diesem Tabu die Köpfe abzuschlagen. Diese Normalisierungs-Strategie vergiftet gerade unsere Gesellschaft, weil im Hintergrund der Hass auf die lauert, die es wagen zu widersprechen, die „Meinungspolizei“. Hitler würde sich ins Bärtchen lachen.

Bildbeschreibung: Die Grafik zeigt ein Foto des Comedians Dieter Nuhr mit der Frage: Darf man Dieter Nuhr mit Hitler vergleichen?

 –