Ein neuer Name verbessert nichts – für Selbstbestimmung!

Mit deutlichen Worten kritisiert der Bundestagsabgeordnete Lorenz Gösta Beutin (Die Linke) die geplante Neuausrichtung und Umbenennung des bisherigen Diako-Krankenhauses und des Franziskus-Krankenhauses zum „Malteser Fördeklinikum St. Katharina“.
„Ein neues Logo und ein neuer Name schaffen noch kein Wir-Gefühl“, erklärt Beutin. „Ein echtes Wir entsteht durch gleiche Arbeitsbedingungen, soziale Sicherheit und Respekt vor den Rechten aller.“
Hintergrund ist der Zusammenschluss der beiden Flensburger Krankenhausträger zum 01.03.2026. Nach bisherigem Stand sollen die unterschiedlichen Tarifverträge jedoch nicht angeglichen werden. Für Beutin ist das ein fatales Signal: „Wenn Beschäftigte im selben Haus arbeiten, aber nach unterschiedlichen Tarifen bezahlt werden, dann ist das kein Wir, das ist Spaltung im Kittel. Gute Gesundheitsversorgung braucht faire und einheitliche Arbeitsbedingungen.“
Scharfe Kritik äußert der Abgeordnete zudem an der Haltung des katholischen Trägers zu Schwangerschaftsabbrüchen. „Es ist nicht hinnehmbar, dass kirchliches Arbeitsrecht und kirchliche Moralvorstellungen über das Selbstbestimmungsrecht von Frauen und gebärfähigen Menschen gestellt werden“, so Beutin. „Wer öffentliche Daseinsvorsorge übernimmt und mit öffentlichen Mitteln arbeitet, darf medizinische Leistungen nicht aus ideologischen Gründen verweigern. Das ist eine Frage der Grundrechte.“
Gerade in einer Stadt wie Flensburg, in der nun auch zukünftig das neue Fördeklinikum eine zentrale Rolle für die Gesundheitsversorgung spielen wird, sei es problematisch, wenn bestimmte medizinische Eingriffe strukturell ausgeschlossen würden. „Gesundheitsversorgung muss sich am Bedarf der Menschen orientieren und nicht am Kirchenrecht. Ein Krankenhaus ist keine Kanzel.“
Beutin fordert Transparenz im Fusionsprozess, tarifliche Gleichstellung der Beschäftigten sowie die Sicherstellung einer wohnortnahen und umfassenden medizinischen Versorgung, einschließlich Schwangerschaftsabbrüchen. „Ein echtes Wir schließt niemanden aus, weder Beschäftigte noch Patient*innen.“
Abschließend weist Lorenz Gösta Beutin auf die bevorstehende Demonstration hin:
Zur „Pro-Choice-DEMO: Nein zum kirchlichen Diktat“ am 28.02. um 13 Uhr am Nordermarkt in Flensburg rufen das Frauenforum und fem.aktion auf. „Ich unterstütze das Anliegen der Demonstration ausdrücklich. Selbstbestimmung ist nicht verhandelbar“, so Beutin.