Zum Schulstreik gegen die Wehrpflicht in Schleswig-Holstein
Zum angekündigten Schulstreik gegen die Wiedereinführung der Wehrpflicht erklärt der Bundestagsabgeordnete aus Schleswig-Holstein: Lorenz Gösta Beutin:
„Dass junge Menschen gegen eine drohende Wehrpflicht auf die Straße gehen, ist nicht nur verständlich, es ist notwendig. Wer ernsthaft darüber nachdenkt, junge Menschen wieder zwangsweise in Kasernen zu schicken, hat aus der Geschichte nichts gelernt.
Die Aussetzung der Wehrpflicht war ein längst überfälliger Schritt. Ihre Wiedereinführung ist ein massiver Eingriff in die Lebensplanung junger Menschen und ein Rückfall in autoritäre Denkmuster. Sie verschiebt die politische Diskussion weiter in Richtung Militarisierung. Aus einer vermeintlichen ‚Dienstpflicht‘ wird im Ernstfall Kriegsdienst. Wer das verharmlost, verschweigt die Realität.
Wir sagen klar: Junge Menschen haben ein Recht auf freie Lebensplanung, auf Ausbildung, Studium, Engagement oder Beruf. Der Staat darf sie nicht zu sicherheitspolitischen Objekten machen. Sicherheit entsteht nicht durch Kriegsdienste, sondern durch Diplomatie, internationale Zusammenarbeit und soziale Stabilität. Milliarden in Aufrüstung zu stecken, während Schulen bröckeln und Wohnungen unbezahlbar werden, ist politisch falsch priorisiert.
Die Wehrpflicht würde vor allem diejenigen treffen, die sich kein langes Studium oder Auslandsaufenthalte leisten können. Das ist sozial ungerecht. Wer es ernst meint mit Freiheit und Selbstbestimmung, darf junge Menschen nicht verpflichten, mit der Waffe ausgebildet zu werden.
Der Schulstreik ist legitim und demokratisch. Die junge Generation will nicht in eine Logik der Abschreckung und des Kriegs gedrängt werden. Die Linke steht klar an ihrer Seite.“

